Wir befinden uns mitten in einer großen Stadt. Was sehen wir? Im Restaurant schiebt eine Frau ihre kranke Mutter als Grund vor, um nicht mit ihrem Freund zusammenziehen zu müssen. Im Fahrradladen schreibt ein Mann ein Liebesgedicht ins Nichts hinein. Im Park überzeugt eine Frau eine andere, für ein neues Waffennutzungsgesetz zu stimmen. Im verseuchten Fluss entdecken Angler:innen tote Fische. Immer wieder schweift unser Blick auf die Wohnung des Paares Erik und Nino, die sich, quasi unabsichtlich, langsam auseinanderleben.
Das Stück zeichnet das Panorama einer Gesellschaft, in der die Menschen zugänglich und scheu sind, vergnügungssüchtig und angstvoll. Einzig die Älteste, Frau Yamamoto, lässt ihre Tür offen, damit ein Durchzug entsteht, damit die Welt hineinkommen kann – in ihrer ganzen Schönheit und Grausamkeit.
REGIE Alina FluckMUSIK UND VIDEO Oskar Smollny
CHOREOGRAFIE Miyuki Shimizu
MIT Angelika Thomas, Michi Wischniowski, Stefan Haschke, Monika Vivell, Annika Martens, Ronald Funke, Verena Maria Bauer, Hans-Christian Hegewald, William Hauf, Mathis Bolz, Hannah Reif
Kritiken:
"Ein herzerwärmendes Stück, eine kluge Regie und eine schöne Ensembleleistung im sinnreichen Bühnenbild", Christine Adam, NOZ
"In einfacher Alltagssprache klingt so in diesen kleinen Szenen Größeres an […] Keine von [den Figuren] wird verurteilt, manche sind komisch, aber über alle kann man als Zuschauer mit sich selber ins Gespräch kommen. Dafür ist Theater da, Chapeau!", Hans Butterhof, Westfälische Nachrichten
"Das Geschehen wirkt nicht mehr zart aus dem Alltag abstrahiert, sondern wird in seiner Beispielhaftigkeit mit geradezu satirischer Theatralität ausgestellt.. Zu erleben ist ein Zeitgeist-Panoptikum der Orientierungslosigkeit.", Jens Fischer, Theater der Zeit
© Fotos: Fatih Kurçeren