Kommandant Fahrenberg lässt im Konzentrationslager Westhofen sieben Bäume mit Querbalken ausstatten: Jedes dieser sieben Kreuze ist für einen der Männer bestimmt, denen am Morgen die Flucht aus dem Lager gelang. Nach Ablauf von sieben Tagen sind sechs Männer gefasst oder zu Tode gekommen – nur das siebte Kreuz bleibt frei.
Der Roman Das siebte Kreuz folgt dem Kommunisten Georg Heisler auf seiner siebentägigen Flucht. Sie führt ihn am Rhein entlang nach Mainz, wo er für eine Nacht im Mainzer Dom Zuflucht findet, dann weiter nach Frankfurt und schließlich zurück zum Rhein, auf einen rettenden Kahn in Richtung Niederlande. Die Menschen, die ihm unterwegs begegnen, sind gezwungen, eine Entscheidung zu treffen. Verraten sie ihn nicht, oder helfen sie ihm gar, so gehen sie ein hohes Risiko ein. Doch ohne Hilfe ist der Flüchtende dem Tode geweiht.
Die in Mainz geborene Autorin Anna Seghers befand sich als Jüdin und Kommunistin selbst noch auf der Flucht, als sie ihren weltberühmten Roman Ende der Dreißigerjahre verfasste. Ihr gelang ein schonungsloses Porträt der deutschen Gesellschaft während der NS-Herrschaft und zugleich ein zeitloses Plädoyer für Widerstand, Mut und Menschlichkeit im Angesicht der Unterdrückung.
REGIE Alina FluckVIDEO Lilli Pongratz, Paula Tschira
MIT Kruna Savić, David T. Meyer, Vincent Doddema, Leandra Enders, Carlotta Hein, Stephanie Kämmer, Benjamin Kaygun, Klaus Köhler, Adrian Weinek, Christophe Pangels (Live-Kamera) und der Statisterie des Staatstheaters
Kritiken:
"Ein vielfach verzweigtes und verästeltes Bild der Zeit gelingt in dieser Inszenierung, und das Mainzer Ensemble, jeder und jede (außer Heisler selber und der Erzählerinnen-Figur Anna Seghers) in sehr vielen Rollen, wird zum vielstimmigen Hauptdarsteller. Immer wieder begleiten Statistinnen und Statisten in phantasievollen Tier-Kostümen die Menschen – sie wirken wie kreatürliche Anker in dieser zutiefst zerrissenen Welt voll von Verzweiflung, zerstörerischer Macht und blanker Gewalt.", Michael Laages, nachtkritik
"Die Geschichte des Häftlings Georg Heisler (David T. Meyer), mit sechs anderen geflüchtet aus dem KZ Westhofen, das sein Vorbild im realen Konzentrationslager Osthofen bei Worms hat, wird in Flucks mit Pause knapp dreistündiger Fassung zu einem anschaulich gestalteten Panorama der mit dem Terror einer Diktatur einhergehenden inneren Zerstörung der Bürger. Dies ist der ganz überzeitliche Fokus von Flucks Inszenierung.", Matthias Bischoff, FAZ
© Fotos: Andreas Etter